Landesverband Baden-Württemberg

Bildungswesen

ÖDP befürwortet Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium

Klassenzimmer

Stuttgart, 21.12.2011:
Die Wiedereinführung des neunjährigen Gymnasiums wird von der Ökologisch-Demokratische Partei / Familie und Umwelt (ÖDP) befürwortet. "Schule soll nicht nur Wissen vermitteln, sondern die jungen Menschen so fördern, dass sie zu einer auch lebenspraktischen Bildung und Reifung gelangen", so die schulpolitische Sprecherin der ÖDP Baden-Württemberg, Verena Föttinger. "Bei dem achtjährigen Gymnasium bleibt z.B. für musische Bildung oder für die Vermittlung klassischer humanistischer Literatur nicht ausreichend Zeit." Diese muss man sich aber laut Föttinger nehmen. Andernfalls sind die leistungsschwächeren Gymnasiasten mit dem Lerntempo überfordert und die schwächeren werden nicht wirklich gefördert. Wenn fast 50% der Schülerschaft das Gymnasium besuchen, ist eine Ausdehnung der Lernzeit von entscheidender Bedeutung, um nachhaltiges Lernen zu ermöglichen.

Grün-rote Bildungspolitik: mehr Schatten als Licht

BildungswegeStuttgart, 16.05.2011:
Die im Koalitionsvertrag festgeschriebene grün-rote Bildungspolitik findet bei der Ökologisch-Demokratischen Partei / Familie und Umwelt (ÖDP) nur wenig Zustimmung. Zwar wird die geplante Abschaffung der Studiengebühren begrüßt, doch werden insbesondere das  Ganztagsschulprogramm und die Einheitsschulen als Schritte in die falsche Richtung angesehen.

Zum den einzelnen Punkten:

- Studiengebühren: Die Abschaffung der Studiengebühren für das Erststudium ist nach Ansicht der ÖDP sinnvoll. Bildung darf nicht vom Geldbudget der Studenten und ihrer Eltern abhängen, sondern soll steuerfinanziert sein.  Studiengebühren bedingen Nebenjobs, die wiederum die Studienzeit verlängern und Zeit für ehrenamtliche Tätigkeiten neben dem Studium rauben. Ausreichend Zeit neben Arbeit und Studium ist aber nicht nur unter dem sozialen Gesichtspunkt, sondern auch unter dem Gesichtspunkt der Menschenbildung notwendig. 

- Ganztagsschulen sind nach Ansicht der ÖDP insbesondere dann sinnvoll, wenn beide Elternteile arbeiten oder diese dem bildungsfernen Milieu angehören. So ist zwar für ein ausreichendes Angebot an Ganztagsschulen zu sorgen, diese sollen - im Gegensatz zum Vorhaben der Grünen und der SPD - keine Regelschulen sein. Das Leben von Kindern und Jugendlichen soll sich auch außerhalb der Schule abspielen können, was insbesondere dem Vereinsleben zugute kommt und eigenverantwortliche Freizeitgestaltung der Kinder fördert. Halbtagsschulen haben weiterhin ihre Berechtigung. Die schulische Betreuung am Nachmittag ist nicht überzubewerten, weil in der Schule das Ablenkungspotenzial hoch ist und es schon aus finanziellen Gründen oft an Fachpersonal mangelt.