G 8 ist nicht Schick-lich
Stuttgart 19.06.2010: Trotz der jahrelangen Klagen sowohl der Eltern als auch der Kollegien über das Abitur in acht Jahren, auch Turbo-Gymnasium genannt, hält die Kultusministerin Frau Schick weiterhin daran fest. Das neunte Jahr am Gymnasium ist gestrichen worden, doch der Lehrstoff wurde nicht ausgedünnt, sondern komprimiert und auf zusätzlichen Nachmittagsunterricht verschoben. Nur vermögende Eltern können die Überforderung ihrer Kinder durch Nachhilfe, wett zu machen.
Die Ökologisch-Demokratische Partei / Familie und Umwelt (ÖDP) sprach sich deshalb auf ihrem Landesparteitag am 12. Und 13. Juni 2010 gegen das G 8 - Abitur aus und fordert die Wiedereinführung des neunjährigen Gymnasiums. Das Abitur mit acht Jahren soll nach eigener Wahl Begabtenzügen möglich sein.
Die Schüler werden im G 8 dazu getrimmt, sich unter wahnsinnigem Zeitdruck Wissen in kurzer Zeit anzueignen, um die Prüfungen zu bestehen. Die Vermittlung von Menschlichkeit und christlichen Werten wird gestrichen, auch das Engagement von Jugendlichen in Vereinen und Verbänden muss oft wegfallen. Das stärkt nach Meinung der ÖDP höchstens die Ellbogengesellschaft. Schüler müssen heute aber für ein lebenslanges Lernen ausgebildet werden. Ohne ehrenamtliches Engagement kommt keine humane Gesellschaft aus. Respekt vor dem Mitmenschen sind wichtige Bestandteile der sozialen Kompetenz, die oft von Unternehmen gefordert, aber nicht gelebt werden.
Lebenslanges Lernen muss in Zukunft über Weiterbildungsmaßnahmen gefördert werden, um ein menschenwürdiges Dasein in einer sich schnell veränderten Welt zu garantieren. Auch hier setzt die schwarz-gelbe Regierung den Rotstift an. Insbesondere die Einkommensschwachen sind auf diese Förderung angewiesen.
Wenn Leistungsbereite ständig Knüppel zwischen die Beine geworfen bekommen, muss man sich nicht wundern, dass sich Resignation und Politikverdrossenheit breit machen. FDP und CDU machen ausschließlich Politik für die reichen Eliten. Den Normalbürger haben sie schon längst aus dem Auge verloren. (Foto: Pixelio / Manfred Jahreis)