Pressemitteilung
ÖDP: Grün-Schwarz darf Klimaversagen nicht durch weichere Ziele kaschieren
Klima-Sachverständigenrat stellt Landesregierung schlechtes Zeugnis aus – ÖDP fordert verbindliche Klimaziele und mehr Tempo beim Klimaschutz
Stuttgart, 10. Oktober 2026. Der Klima-Sachverständigenrat Baden-Württemberg übt deutliche Kritik an der Klimapolitik der grün-schwarzen Landesregierung. Die bisherigen Maßnahmen reichen bei Weitem nicht aus, um die Klimaziele des Landes zu erreichen. Die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) Baden-Württemberg fordert deshalb einen klaren Kurswechsel.
Die Zahlen des Berichts sind alarmierend: Im Jahr 2025 stiegen die Treibhausgasemissionen in Baden-Württemberg um 4,4 Prozent auf 64 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente. Besonders stark war der Anstieg bei der Stromerzeugung mit 22,3 Prozent. Um das Klimaziel für 2030 noch zu erreichen, müsste das Land seinen gesamten Treibhausgasausstoß innerhalb von nur fünf Jahren halbieren. Dafür müsste mehr CO₂ eingespart werden als in den vergangenen 35 Jahren zusammen.
„Diese Zahlen sind ein Armutszeugnis für die Klimapolitik der Landesregierung. Während die Folgen des Klimawandels immer deutlicher werden, steigen die Emissionen wieder an. Wir brauchen jetzt wirksame Maßnahmen statt weiterer Ankündigungen“, erklärt Guido Klamt, Landesvorsitzender der ÖDP Baden-Württemberg.
Klimaziele dürfen nicht aufgeweicht werden
Besonders kritisch sieht die ÖDP die Pläne von Grünen und CDU, das Klimaziel für 2030 durch einen mehrjährigen Zielkorridor zu ersetzen und die bisherigen verbindlichen Ziele für einzelne Bereiche aufzugeben. Der Klima-Sachverständigenrat warnt ausdrücklich vor dieser Abschwächung. Auch die geplante Verringerung seiner Berichtspflichten sieht die ÖDP kritisch.
„Wer seine Klimaziele nicht erreicht, darf nicht einfach die Regeln ändern. Verbindliche Ziele und eine unabhängige Kontrolle sind notwendig, damit die Landesregierung Verantwortung übernehmen muss. Klimaschutz darf nicht zur unverbindlichen Absichtserklärung werden“, so Klamt.
Die Folgen treffen Menschen, Landwirtschaft und Wirtschaft
Wie ernst die Lage bereits ist, zeigt der Bericht auch an den Folgen des Klimawandels. Der extreme Sommer 2026 brachte große Hitze, Trockenheit und niedrige Wasserstände. In der Landwirtschaft kam es bei vielen Kulturen zu erheblichen Ernteverlusten, teilweise von bis zu 50 Prozent. Niedrige Wasserstände an Rhein und Neckar behinderten zudem den Gütertransport und belasteten die Industrie.
Für die ÖDP ist deshalb klar: Wirksamer Klimaschutz ist nicht nur für die Umwelt wichtig, sondern auch für unsere Gesundheit, unsere Ernährung und sichere Arbeitsplätze.
Der Sachverständigenrat kritisiert ausdrücklich, dass die Landesregierung den Klimaschutz zu stark von der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit abhängig macht. Dabei gefährdet gerade fehlender Klimaschutz auf Dauer den Wohlstand.
„Wer beim Klimaschutz spart, zahlt später doppelt. Ernteausfälle, Schäden durch Extremwetter und steigende Energiekosten treffen uns alle. Eine sichere Versorgung mit erneuerbaren Energien macht uns unabhängiger und stärkt zugleich unsere heimischen Unternehmen“, betont Klamt.
ÖDP fordert eine konsequente Energiewende
Die ÖDP Baden-Württemberg fordert deshalb einen schnelleren Ausbau erneuerbarer Energien, mehr Stromspeicher und einen zügigen Ausstieg aus fossilen Energieträgern. Auch bei der Gebäudesanierung, der Wärmeversorgung und beim öffentlichen Nahverkehr muss deutlich mehr geschehen. Dabei müssen die Maßnahmen sozial gerecht gestaltet werden und für die Menschen bezahlbar bleiben.
In ihrem Landesprogramm setzt sich die ÖDP für eine Energieversorgung ein, die Klima und Natur schützt, regionale Unternehmen stärkt und Bürgerinnen und Bürger an der Energiewende beteiligt.
„Wir dürfen die Verantwortung nicht auf unsere Kinder und Enkel abschieben. Baden-Württemberg hat das Wissen, die Unternehmen und die Möglichkeiten, beim Klimaschutz voranzugehen. Was fehlt, ist der politische Wille, endlich konsequent zu handeln“, erklärt Klamt abschließend.
Die ÖDP Baden-Württemberg fordert die Landesregierung auf, die Warnungen des Klima-Sachverständigenrats ernst zu nehmen, an den verbindlichen Klimazielen festzuhalten und die Energiewende deutlich zu beschleunigen.
Ökologisch-Demokratische Partei / Familie und Umwelt (ÖDP)
LV Baden-Württemberg
Bismarckplatz 4, 70197 Stuttgart

