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Tierschutz

 Mitgeschöpfe achten

Wer die ÖDP wählt, macht deutlich, dass Tiere keine Sachen, sondere Mitgeschöpfe mit eigenen Rechten sind.

Die Achtung vor dem Leben gebietet einen respektvollen Umgang mit den Tieren als Mitgeschöpfen. Ein solcher Umgang schließt Quälerei und Missbrauch aus. Das gilt für Tierhaltung und -schlachtung sowie für Tiertransporte und Tierversuche gleichermaßen.

Tierhaltung

Viele Fleischprodukte, die angeboten werden, kommen aus industrieller Intensiv-Tierhaltung.

Deshalb sind sie so billig, was zu hohem Fleischkonsum beiträgt. Hier ist ein Umdenken notwendig. Industrielle Intensiv-Tierhaltung führt zu Tierleid, schadet der Gesundheit von Mensch und Tier und außerdem der Umwelt und dem Klima.

In Baden-Württemberg wird zu viel landwirtschaftliche Nutzfläche in Bauland und Verkehrswege umgewandelt. Folglich steht immer weniger Fläche für Tierhaltung, Futtermittelanbau und Gülleausbringung zur Verfügung. Das führt in Verbindung mit Preisdruck bei landwirtschaftlichen Produkten zu einer Intensivierung der Landwirtschaft und Tierhaltung. So hat zwar in den letzten Jahrzehnten die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe mit Tierhaltung deutlich abgenommen, nicht jedoch die Gesamtzahl der Nutztiere.

Ziel muss es sein, den Flächenverbrauch für Verkehr und Bauland zu reduzieren, für faire Preise zu sorgen und Agrarsubventionen verstärkt an Leistungen für Tierschutz und Umweltschutz zu binden.

Die ÖDP setzt sich ein für: 

  • Artgerechte Unterbringung und Pflege von Nutz-, Haus- und Zootieren
  • Haltungsverbot von Wildtieren in Zirkussen 
  • Landesweite Kastrationspflicht für Freigängerkatzen, um die Zahl der Straßenkatzen zu reduzieren und die Tierheime zu entlasten 
  • Einführung einer Chippflicht für Haustiere, damit die Tierheime von Fundtieren und ausgesetzten Tieren entlastet werden
  • Ausreichende Bewegungsfreiheit für Tiere, die zur Erzeugung von Fleisch bzw. Tierprodukten gehalten werden 
  • Mehr Transparenz beim Einkauf durch Einführung eines einheitlichen Qualitätssiegels für alle Tierprodukte Dieses soll die bisherige Vielzahl an Siegeln ersetzen und leicht verständlich über die Art der Tierhaltung, mögliche Antibiotikabehandlung, das verwendete Tierfutter und die mögliche Verwendung von Totalherbiziden informieren.
  • Unterstützung von Kampagnen zur Reduzierung des Fleischkonsums

Tiertransporte und -schlachtung

Ein möglichst geringer Fleischkonsum ist wünschenswert und anzustreben, bringt aber weiterhin die Notwendigkeit der Schlachtung mit sich.

Schlachtungen sollten schonend, vor Ort und somit ohne lange Tiertransporte erfolgen. Derzeit finden sich in verschiedenen Regionen Baden-Württembergs nur wenige Schlachtstätten, was zu langen Transportwegen führt. Verschiedene Skandale zeigen, dass in manchen Schlachthöfen die Tierschutzbestimmungen nicht eingehalten werden. Es besteht also Handlungsbedarf, um landesweit das Ziel einer schonenden und regionalen Schlachtung zu erreichen.

Die ÖDP setzt sich ein für: 

  • Verstärkte Förderung von Maßnahmen, die einen tierschutzkonformen Schlachtprozess zum Ziel haben
  • Gewährleistung einer gleichmäßigen Verteilung von Schlachtstätten in Baden-Württemberg; Schlachtviehtransporte nur über eine Entfernung von weniger als 100 Kilometern 
  • Nur Einsatz von Transportmitteln, in denen sich Tiere nicht verletzen können 
  • Schlachtung nur nach Betäubung

Tierversuche

Baden-Württemberg ist von einer hohen Dichte an biomedizinischen Forschungseinrichtungen und Unternehmen der pharmazeutisch-chemischen Industrie geprägt.

Das erklärt, dass in Baden-Württemberg vergleichsweise viele Tierversuche durchgeführt werden. Auch wenn die Zahl tendenziell abnimmt, ist sie weiterhin viel zu hoch. Fortschritte in der Forschung und ein besserer Schutz von Versuchstieren sind auch gemeinsam möglich. Dazu sind intensive Förderung bereits verfügbarer und Entwicklung weiterer tierversuchsfreier Forschungsmethoden erforderlich. Ziel muss es sein, anhand eines ambitionierten und wissenschaftlich fundierten Ausstiegsplans möglichst bald zu einer weitgehend tierversuchsfreien Forschung zu kommen.

Die ÖDP setzt sich ein für:

  • Weitere Förderung und weiterer Ausbau des landesweiten 3R-Netzwerkes Das bedeutet, dass Tierversuche zu ersetzen (Replace), zu reduzieren (Reduce) und – sofern noch nicht vermeidbar - zu verbessern (Refine) sind.
  • Verstärkte Schulung und Begleitung der Forschungseinrichtungen und Unternehmen in der Anwendung der tierversuchsfreien Alternativmethoden
  • Wegfall quälerischer und leidvoller Tierversuche
  • Vermeidung von Tierversuchen und Tierverbrauch im Studium Dazu ist eine verbindliche und aktuelle Liste von alternativen Lehrmethoden zu erstellen.