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Bodenschutz und Wohnungsbau

Die Ressource Boden ist begrenzt

Wer die ÖDP wählt, setzt sich für die Erhaltung der unversiegelten Landschaft ein, bei gleichzeitiger Ausweitung preisgünstigen Wohnens. In Baden-Württemberg werden (Stand Dezember 2023) jeden Tag 4,6 Hektar unbebaute Flächen – Wälder, Wiesen und Ackerland – in Wohngebiete, Gewerbegebiete und Verkehrswege umgewandelt. Damit verfehlt die Landesregierung ihr im Koalitionsvertrag selbst gestecktes Ziel von maximal 2,5 Hektar pro Tag deutlich. Die Gründe für das hohe Maß an Flächenverbrauch sind vielgestaltig, zu den Hauptgründen gehören aber das Streben nach ständigem Wirtschaftswachstum, die Ausrichtung der Flächenplanung am Auto und ein sorgloser Umgang mit dem wertvollen Gut Boden. Die Versiegelung von zuvor unbebauten Flächen hat negative Auswirkungen auf das Klima, auf die Umwelt und auch auf die Lebensqualität der Menschen.

Die ÖDP setzt sich dafür ein, dass möglichst wenig unbebaute Fläche versiegelt wird. Es gibt viele Beispiele dafür, dass ein bewusster und sparsamer Umgang mit dem wertvollen Gut Boden ausreichend wirtschaftliche Entfaltung ermöglicht und die Wohn- und Lebensqualität erhöht. Dafür bedarf es einer Flächenplanung, die Wohnen, Arbeiten und Freizeit in einem engen Zusammenhang sieht und kurze Wege anstrebt. So werden attraktive Lebensräume für Menschen, Tiere und Pflanzen erhalten und neu geschaffen. Außerdem wird der übermäßigen Umwandlung von Ackerflächen ein Riegel vorgeschoben.

Erhalt der Freiflächen

Eine Folge der individuellen Mobilität ist die Zersiedelung der Landschaft, einhergehend mit einem hohen Verbrauch des natürlichen Lebensraums.

Die versiegelten Flächen nehmen zu und führen zu einem zunehmenden Verlust von Ackerflächen, Natur- und Erholungsräumen. Versiegelte Flächen heizen sich stärker auf als Grünflächen, werden bei Hitze unwirtlich und gefährden so die Gesundheit. Darüber hinaus bildet sich weniger Grundwasser, da Regenwasser nicht oder nur erschwert in den Boden gelangt und über Kanalsysteme abgeleitet wird. Bei Überlastung der Kanalsysteme können verheerende Überschwemmungen entstehen, die große Schäden verursachen. Es ist das Ziel der ÖDP, dass Zivilisation und Wohlstand nicht weiterhin mit steigenden Umwelt- und Gesundheitsgefahren erkauft werden.

Die ÖDP will eine weitere Zersiedelung verhindern, damit die schöne Landschaft Baden-Württembergs nicht weiter zerstört wird. Es gilt, die Nutzung von Wohn- und Gewerbeflächen zu verbessern und damit die Ausweitung von Siedlungs- und Gewerbeflächen zu reduzieren. Insbesondere in Gebieten mit besonders fruchtbaren Böden oder besonders wertvollen Naturräumen ist der Erhalt der unversiegelten Fläche wichtig. Es sind klare gesetzliche Vorgaben notwendig, um Rechtssicherheit zu schaffen und die Konkurrenz der Gemeinden um Arbeitsplätze, Steuerzahler und Einwohner zu beenden. Statt auf Konkurrenz sollte stärker auf zweckgerichtetes Zusammenwirken gesetzt werden.

Die ÖDP setzt sich ein für:

  • Bevorzugung von Mehrfamilien- und Mehrgenerationenhäusern statt Einfamilienhäusern zur Verringerung des Flächenfraßes
  • Nachverdichtung und Ausweisung neuer Baugebiete vorrangig im Bereich einer bestehenden ÖPNV-Anbindung
  • Erhalt und Schaffung von großzügigen Grünanlagen in den Städten • Durchsetzung des Verbots von Schottergärten
  • Renaturierung ungenutzter Verkehrsflächen • Kompakte Bauweisen (mehr in die Höhe oder Tiefe) mit reicher Begrünung
  • Versiegelung von Flächen (Parkplätze, Lagerflächen…) nur mit geeigneter Wasserdurchlässigkeit
  • Sanierung und Nutzung nicht genutzter Brachflächen
  • Vermehrte Ausweisung nicht zu bebauender Zonen (Grünzäsuren) in Regionalplänen
  • Erhalt größerer naturnaher Freiräume durch die Ausweisung von Landschaftsschutz- oder Naturschutzgebieten oder Natura 2000-Schutzgebieten
  • Einhaltung der Netto-Null-Versiegelung bis zum Jahr 2035

Wohnungsbau

Die Wirtschafts- und Siedlungsstrukturen sind auf den motorisierten Individualverkehr hin ausgerichtet.

Arbeits- und Freizeitplätze befinden sich häufig weitab vom Wohnort. Die ständige Fortschreibung einer Förderpolitik zugunsten des PKW-Individualverkehrs hat zu einer Entwicklung geführt, die so nicht weitergehen kann. Der dadurch unnötig hohe Energieverbrauch für diese individuelle Mobilität verschwendet nicht nur die endlichen Energie- und Rohstoffressourcen, sondern belastet auch Umwelt und Klima.

Die ÖDP setzt sich ein für:

  • Verkehrsvermeidung durch Zusammenführung von Wohnungen, Arbeitsstätten, Freizeit- und Einkaufsmöglichkeiten in Bau- und Sanierungsgebieten
  • Deutliche Ausweitung altersgerechter Wohnungen (vorrangig in bestehendem Gebäudebestand) Dies kommt den Bedürfnissen einer älter werdenden Bevölkerung entgegen und macht es attraktiver, das nach dem Auszug der Kinder häufig zu groß gewordene Haus zu verlassen. Damit wird Wohnraum insbesondere für Familien frei.
  • Mehr sozialer Wohnungsbau im Land. Es gibt zu wenig bezahlbaren Wohnraum im Land. Insbesondere in den Metropolen können sich bereits Normalverdiener immer seltener eine Wohnung leisten. Deshalb ist eine verstärkte Förderung des sozialen Wohnungsbaus notwendig. Eine Möglichkeit für mehr sozialen Wohnungsbau ist die verstärkte Einbeziehung von Wohnbaugenossenschaften wie in Zürich oder Wien.
  • Gezielte Förderung von Altbausanierung
  • Strikte Einhaltung und zeitnahe Überprüfung der ökologischen und gesetzlichen Anforderungen bei Flächennutzungs- und Bebauungsplänen Unter dem Druck der Entbürokratisierung, der schnellen Umsetzung von Bebauungsplänen und der hohen Baukosten wird von einigen politischen Richtungen eine Aufweichung der Anforderungen gefordert, die die ÖDP ablehnt.