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Gesundheit

Mehr als ein gut gemeinter Wunsch

Wer die ÖDP wählt, setzt sich für eine ganzheitliche Gesundheitspolitik ein, die bei einer verstärkten Gesundheitsvorsorge ansetzt.

Seit Jahrzehnten steckt das deutsche Gesundheitssystem in der Krise. Krankenkassen machen jedes Jahr Verluste und über Erhöhungen der Krankenkassenbeiträge wird Jahr für Jahr aufs Neue diskutiert. Die Gründe für diese Krise sind vielfältig: erhöhter Arbeitskräftebedarf wegen arbeitsrechtlicher Vorschriften, fehlendes Fachpersonal, hoher Bürokratieaufwand, Überbetonung der Apparatemedizin, steigende Lebenserwartung und versicherungsfremde Leistungen.

Gesundheit ist ein sehr persönliches und individuelles Gut, das von sehr vielen Faktoren abhängt. In einer guten Gesundheitspolitik greifen viele Räder ineinander. Es geht nicht nur um Maßnahmen, die die Behandlung von Krankheit betreffen, sondern auch um Gesundheitsvorsorge. Bei dieser spielen neben eigenen Verhaltensweisen auch andere Aspekte eine Rolle, z. B. der Umwelt- und Klimaschutz und die Landwirtschaftspolitik. Ein angenehmes Lebensumfeld und Klima sowie hochwertige, gesunde Lebensmittel sind der Gesundheit förderlich, steigern die Lebensqualität und senken die krankheitsbedingten Kosten.

Die ÖDP ist der Ansicht, dass Körper, Geist und Seele zusammengehören und mit der Umwelt verknüpft sind. Daher unterstützt die ÖDP ganzheitliche Aspekte zur Gesunderhaltung und Therapie. Alle Formen von Therapien haben ihre Daseinsberechtigung. Klassische „Schulmedizin“ und Naturheilverfahren könnten sich idealerweise ergänzen und sollten nicht als Konkurrenz gesehen werden. Bewährte, nebenwirkungsarme und nachhaltig gesundheitsfördernde Maßnahmen sollten dabei aber als vorrangig angesehen werden. Durch diese Ansätze könnte das Gesundheitssystem auch entscheidend kostengünstiger werden.

In den letzten Jahren ist der Einfluss der Pharmalobby weiter gestiegen. Naturheilverfahren, wie z. B. Homöopathie, wurden bewusst in ein schlechtes Licht gestellt. Das führte wiederum dazu, dass heute vielfach auf schnelle Symptomlinderung gesetzt wird, anstatt eine nachhaltige, umfassende Therapie anzubieten.

Gesundheitsvorsorge und -erziehung

Eine gute Gesundheitspolitik sorgt an erster Stelle dafür, dass die Entstehung von Krankheiten vermieden wird.

Der Gesundheitsvorsorge und -erziehung kommt somit große Bedeutung zu. Gesundheitserziehung sollte daher in der Kinderbetreuung, in der Schule und im Elternhaus stattfinden.

Für eine gelingende Gesundheitsreform braucht es vor allem den selbstverantwortlichen und aufgeklärten Bürger, den mündigen Patienten also. Dieser benötigt ausreichende, zuverlässige Produktinformationen. Unterstützend sind die Bürger- und Verbraucherrechte zu stärken. Ein Phänomen der heutigen Zeit ist stressbedingter Burnout. Er zeigt, dass psychische Probleme und körperliche Krankheiten eng zusammenhängen. Darüber hinaus kann es auch zu Suchtverhalten kommen. Dieser Tatsache muss durch ausreichende Therapieangebote begegnet werden.

Die ÖDP setzt sich ein für:

  • Verstärkte Berücksichtigung der Gesundheitsvorsorge in allen Bereichen
  • Eine klare und leicht verständliche Lebensmittelkennzeichnung, durch die gesunde Lebensmittel einen klaren Vorrang erhalten

Drogen

Drogenkonsum ist eine gesellschaftliche Realität.

 Seine Folgen für den einzelnen Menschen und für die ganze Gesellschaft sind teilweise dramatisch und dürfen keinesfalls verharmlost werden. Die ÖDP befürwortet die verschiedenen Maßnahmen, wie z. B. Aufklärung, Werbeverbot, Nichtraucherschutz, die in den letzten Jahren zu einem Rückgang des Alkohol- und Nikotinkonsums beigetragen haben.

Wo der Konsum zur krankhaften Abhängigkeit wird, soll diese als Krankheit behandelt werden, wie es derzeit z. B. bei Alkoholismus schon geschieht. Alle drogenpolitischen Maßnahmen sind daher darauf auszurichten, Süchte jedweder Art zu verhindern bzw. zurückzudrängen und Menschen zu helfen, ihr Leben ohne stoffliche und nichtstoffliche Abhängigkeiten zu führen. Diese Vorgehensweise ist erfolgreicher als eine Kriminalisierung von Drogenabhängigen.

Die ÖDP setzt sich ein für:

  • Einbeziehung von E-Zigaretten, Shishas und Vaporizern in die Rauchverbote
  • Konsequenten Nichtraucherschutz in Gaststätten Erfahrungen in anderen Bundesländern zeigen, dass nach anfänglichen Widerständen ein Umdenken und Wandel im Gastgewerbe und unter Kunden stattfinden. Neue gesetzliche Bestimmungen sollten jedoch eine Übergangszeit gewähren.
  • Ermöglichung von Drug-Checking, damit Überdosierungen verhindert und gefährliche Verunreinigungen erkannt werden können Beim Drug-Checking geben Drogenkonsumenten einen Teil der Droge an einer Beratungsstelle ab, erhalten ein Beratungsgespräch im Hinblick auf vorsichtigeren Umgang mit Drogen, eine chemische Analyse der Drogenprobe und nach einigen Tagen das Ergebnis.
  • Drogenkonsumräume, in denen Abhängige unter Aufsicht und mit sterilen Utensilien konsumieren können Es bedarf einer ausreichenden Ausstattung mit Drogenberatern, damit der Weg zu einer Drogentherapie geebnet werden kann.
  • Erhalt der sogenannten Substitutionspraxen, in denen Opioidabhängige kontrolliert Diamorphin (künstlich hergestelltes Heroin), Kokain und Methadon erhalten Ziel ist eine gesundheitliche und soziale Stabilisierung der Abhängigen.
  • Verstärkte Polizeikontrollen im Straßenverkehr auf Cannabis-Konsum

Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung leidet unter Fachkräftemangel, Bürokratie und Kostendruck

Die Probleme treten in einer - insbesondere ländliche Gebiete betreffenden - Unterversorgung mit Hausärzten und wohnortnahen Fachärzten, in der Gefährdung der Notfallversorgung und in der Schließung von Krankenhäusern deutlich zutage.

Die medizinischen Berufe haben im Vergleich zu früheren Jahren an Attraktivität verloren. Eine Erhöhung der Anzahl der Studienplätze in der Medizin und die gezielte Anwerbung von Fachkräften aus dem Ausland sind zwar sinnvoll, reichen jedoch für eine Behebung des Mangels an Ärzten und sonstigem medizinischem Fachpersonal nicht aus. Vielmehr ist auf verstärkte Kooperation und Vernetzung zu setzen, wie sie bei Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) und Krankenhausverbünden erfolgen. So lassen sich Aufgaben teilen, Personallücken abdecken, Kosten senken und bürokratische Hürden leichter meistern.

Kaum ein Krankenhaus schafft es heute, Gewinne zu erzielen oder wenigstens keine Verluste zu machen. Selbst die größten „Player“, die Universitätskliniken, machen Verluste im mehrstelligen Millionenbereich und werden oftmals auch mit Steuergeldern subventioniert. Dafür gibt es vielfältige Gründe. Es muss von dem Prinzip abgerückt werden, dass Krankenhäuser, die rote Zahlen schreiben, geschlossen werden. Kleinere Häuser sollten sich vermehrt zu Verbünden zusammenschließen: Verwaltung zentral, aber Medizin und Pflege vor Ort. Flächendeckende wohnortnahe Grundversorgung mit Krankenhäusern, mit Rettungsdiensten und im ambulanten Bereich mit Hausärzten, Zahnärzten, Apotheken und Hebammen ist notwendig, damit eine gute Gesundheitsversorgung gewährleistet wird.

Der Kostendruck für Krankenkassen ist enorm gestiegen, sodass viele Therapien von den Versicherten selbst bezahlt werden müssen, obwohl sie krankenversichert sind.

Für eine ganzheitliche Sicht ist meist im Kassensystem kein Platz, so dass viel zu viele Medikamente verschrieben werden, anstatt auf Umstellungen von Lebensgewohnheiten zu setzen. Dadurch explodieren die Kosten im Gesundheitswesen.

Die ÖDP setzt sich ein für:

  • Stärkere Unterstützung medizinisch unterversorgter Gebiete, beispielsweise durch Bereitstellung von mietfreien Räumen durch Landeszuschüsse
  • Stärkung der Notfallversorgung und Rettungsdienste
  • Rückverlagerung der pharmazeutischen Produktion nach Deutschland
  • Umfassende Aufklärung der Sorgeberechtigten bei Impfungen im Kleinkindalter
  • Ausbau der psycho- und suchttherapeutischen Diagnostik und Versorgung durch Therapieangebote
  • Ausbau der Tageskliniken
  • Vermeidung von Mehrfachuntersuchungen und verzichtbaren Operationen
  • Stopp und Rücknahme der Auslagerung von Dienstleistungen (Outsourcing) im Krankenhauswesen Das Personal von Subunternehmen arbeitet bei schlechteren Verträgen, und es besteht die Gefahr von Qualitätsmängeln bei ausgelagerten Arbeiten, die zu hygienischen Beeinträchtigungen führen können.

Krankenversicherung

Viele Krankenkassen in Deutschland machen hohe Verluste, was immer wieder Steigerungen der Beiträge zur Folge hat.

Darüber hinaus gibt es eine sehr große Anzahl an gesetzlichen Krankenkassen, von denen jede eine eigene Verwaltung unterhält, was die Kosten explodieren lässt. Zudem werden medizinische Untersuchungen immer kostspieliger. Obwohl gesetzlich Versicherte viele Untersuchungen (sog. IGeL-Leistungen) selbst finanzieren und auch Zuzahlungen zu vielen Medikamenten bezahlen müssen, sind die Krankenkassen finanziell sehr belastet. Es bedarf einer Reform des Krankenversicherungswesens hin zu einer Vereinheitlichung und Vereinfachung und stärkeren Förderung von Gesundheitsvorsorge.

Die ÖDP setzt sich ein für:

  • Abschaffung der Fallpauschalen und Rückkehr zu Budgetvereinbarungen zwischen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und den Kliniken
  • Förderung naturheilkundlicher Therapien wie Naturheilverfahren, Phytotherapie, Homöopathie und anthroposophische Medizin einschließlich Heilpraktiker-Behandlungen, deren Kosten von den Gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) zu übernehmen sind
  • Sozialversicherungsbeiträge auch auf Kapitalgewinne

Pflege

Im Pflegebereich herrscht ein großer Mangel an – insbesondere qualifizierten – Arbeitskräften.

Das liegt nicht in erster Linie an der vergleichsweisen geringen Bezahlung, sondern an den schlechten Arbeitsbedingungen. Diese führen dazu, dass viele, insbesondere qualifizierte Pflegekräfte ihren Beruf aufgeben und zunehmend ausländisches Pflegepersonal angeworben und eingestellt wird, dem es oft an den nötigen Sprachkenntnissen fehlt. Darunter leidet die Qualität der Pflege.

Die Arbeitsbedingungen sind insofern schlecht, als aufgrund übermäßiger Dokumentationspflichten und Maßnahmen zur Haftungssicherheit zu wenig Zeit für die eigentliche Pflege bleibt. Verstärkt wird das Zeitproblem durch eine konzeptionslose Digitalisierung, bei der technische Probleme, ungenügend abgestimmte Computerprogramme und fehlende Schulungen zu einer ineffizienten Arbeitsweise führen. Eine Verbesserung der Arbeitseffizienz und -qualität vergrößert nicht nur die Wahrscheinlichkeit, dass qualifiziertes Pflegepersonal bleibt oder gewonnen werden kann, sondern eröffnet auch Raum für bessere Bezahlung.

Die ÖDP setzt sich ein für:

  • Einführung eines adäquaten Personalschlüssels Pflege ist eine wichtige medizinische Leistung, bei der die Menschlichkeit nicht zu kurz kommen darf.
  • Weitere Flexibilisierung der Arbeitszeiten Statt starrer Vorgaben bei den Arbeitszeiten sollten verstärkt individuelle zeitliche Bedürfnisse der jeweiligen Pflegekraft berücksichtigt werden. So können auch im Hinblick auf das Familienleben bessere Lösungen hinsichtlich des Wochenenddienstes oder über den Tag verteilten Dienstes gefunden werden. 
  • Reduzierung der Verwaltungsarbeit im Medizin- und Pflegebereich auf ein Minimum, zum Beispiel bei den Dokumentationspflichten und Maßnahmen zur Haftungssicherheit Es ist nicht nötig, alle möglichen Handgriffe bei der Pflege zu dokumentieren. Einer engmaschigen Dokumentation bedarf es nur in Krisensituationen und beispielsweise nach Operationen.
  • Verringerung des Verwaltungsaufwands durch besser miteinander verknüpfte Computerprogramme Schlecht miteinander verknüpfte Computerprogramme verursachen Mehraufwand, z. B. weil wiederholte Eingaben von Daten nötig sind. Ausreichende Schnittstellen bieten in erster Linie die Computerprogramme großer Konzerne. Damit auch Computerprogramme anderer Unternehmen oder Freie Software zum Zuge kommen können, bedarf es eines vorausschauenden Konzeptes des Anwenders (Institution oder Behörde). Bei der Konzeption sind alle betroffenen Abteilungen einzubeziehen.
  • Ausreichende Begleitung der Digitalisierung durch Schulungsmaßnahmen

Mobilfunk

Mobilfunktechnologien setzen sich in allen Bereichen der Gesellschaft durch und erleichtern den Alltag.

Insofern ist es wichtig, dass der Mobilfunk problemlos funktioniert. Dabei ist aber die Strahlung möglichst niedrig zu halten, damit sie die Gesundheit und die Umwelt nicht schädigt. Zwar ist bisher nicht eindeutig nachgewiesen, dass ein Zusammenhang dieser Strahlung mit verschiedenen Erkrankungen wie Krebs, Depressionen, Schlafstörungen, Suchtverhalten, Unfruchtbarkeit und Elektrohypersensibilität besteht, jedoch weist eine Vielzahl von Studien auf entsprechende Risiken hin. Deswegen muss das Vorsorge-Prinzip gelten. Insbesondere empfindliche Gruppen (Kinder, Schwangere und elektrohypersensible Menschen) müssen geschützt werden. Neben Handys und Smartphones stellen auch die schnurlosen Heimtelefone (DECT-Technik) und WLAN-Verbindungen wegen der kontinuierlichen Strahlung Gefährdungspotenziale dar. Insofern bedarf es strahlungsarmer Technologien.

Neben der Flächenversiegelung und dem Einsatz von Pestiziden wird auch der Mobilfunk verdächtigt, zum Insektensterben beizutragen, denn der Orientierungssinn der Insekten kann durch die Strahlung gestört werden. Und nicht zuletzt steigen der Energie- und Ressourcenbedarf durch die fortschreitende Digitalisierung stark an. Wie dieser umweltfreundlich gedeckt werden kann, wird bisher zu wenig zum Thema gemacht.

Die ÖDP setzt sich ein für:

  • Übergabe des Schnellen Internets / Breitbands als Daseinsvorsorge in die kommunale Hand, die hierfür die notwendigen Kompetenzen vom Gesetzgeber erhalten muss
  • Beschleunigung des landesweiten Ausbaus der Glasfaserversorgung und technische Optimierung bestehender Netze
  • Stärkeres nationales Roaming, d. h. ein Netz für alle, um Funklöcher zu schließen, Energie zu sparen und die Strahlenbelastung zu verringern
  • Verpflichtung für jede Gemeinde, unter Einbeziehung von Mobilfunk-Bürgerinitiativen Mobilfunkkonzepte für die Aufstellung von Sendeanlagen zu erstellen Durch die optimale Aufstellung von Mobilfunkantennen kann die von den Antennen und Mobilfunk-Telefonen ausgehende Strahlung im Bereich reiner Wohngebiete sowie in der Umgebung von Schulen, Kindergärten, Sportanlagen, Krankenhäusern und in Naturschutzgebieten minimiert werden. Inbegriffen in das Mobilfunkkonzept ist auch das Anlegen eines Strahlungskatasters.
  • Sofortige Senkung der Strahlen-Grenzwerte Da die tatsächliche Strahlung meist weit unterhalb der Grenzwerte liegt, stellt dies kein technisches Problem dar. Bisherige Grenzwerte berücksichtigen nur die thermischen, nicht aber die athermischen Wirkungen.
  • Änderung der Landesbauordnung: Notwendigkeit einer Baugenehmigung für die Errichtung oder Änderung einer Antenne, auch wenn diese unter zehn Meter hoch ist
  • Erforschung und Einrichtung risikoarmer Telekommunikationstechniken mit Förderung des Landes Beispielsweise sind Pilotprojekte zu LiFi (Infrarot- und Lichttechnik) als Zukunftstechnologie und Alternative zu WLAN, insbesondere an Schulen und Krankenhäusern, zu fördern.
  • Bewusstmachung der Gesundheitsrisiken des Mobilfunks durch eine Landeskampagne
  • Stärkere Erforschung der Elektrohypersensibilität als Krankheit
  • Eine Melde- und Beratungsstelle für Menschen mit Elektrohypersensibilität Dazu gehört die Unterstützung der Betroffenen bei der Anpassung des Wohn- und Arbeitsumfelds sowie die Vorhaltung speziell elektrosmogreduzierter Krankenzimmer in Hospitälern. In Zügen des Landesverkehrs sollen in gekennzeichneten Bereichen spezielle Laptop-Arbeitsplätze mit LAN-Steckdosen geschaffen werden.
  • Schaffung und Kennzeichnung geschützter, vollständig funkfreier und eng begrenzter Gebiete für besonders stark betroffene Elektrosensible sowie für andere Menschen zur Erholung